Sonntag, 25. März 2012

Hong Kong


Mit gewaltiger Verspätung kommt heute endlich unser Reisebericht vom vorletzten Wochenende aus Hong Kong. Dominik und ich hatten beide sehr viel zu tun und so haben wir eine Weile darüber gerungen wer den Bericht verfasst und letztendlich wurde nach dem der-klügere-gibt-nach-Prinzip enschieden ;-P
Also erst einmal: wir haben eine Bitte an euch! Manchmal sind wir ein bisschen traurig über die viele Arbeit, die wir in den Blog stecken, und die wenigen Kommentare, die wir dafür bekommen (an dieser Stelle DANKE an MaPa, Uschi & Martin!). Allerdings zeigen uns die Aufrufe, dass wir doch einige treue Leser haben! Wir hätten dieses Mal gerne von jedem Leser ein Kommentar, ganz egal wer und ganz egal was. Selbst wenn wir dich gar nicht kennen, bitte hinterlasse ein Kommentar, und wenn es nur „hallo von X aus X“ ist! Nur dieses eine Mal, weil es uns interessiert, bitte bitte! Dankeschön!

Nun also zu unserem Reisebericht…
Wir haben unsere Zeit mal wieder optimal genutzt und sind über Nacht geflogen, so dass wir samstags morgens um 6 Uhr in Hong Kong gelandet sind. Wir wissen nun aber auch ziemlich sicher, dass wir Nachtflüge in Billigfliegern in Zukunft vermeiden wollen, denn obwohl wir einen Fenstersitz, zwei Kissen und eine Decke (die haben wir bei unserem letzten Flug mit einer „ordentlichen“ Airline versehentlich mitgenommen und sie hat uns schon häufig gute Dienste geleistet) hatten, konnten wir nur sehr miserabel schlafen. Es ist einfach zu eng!
In Hong Kong angekommen (man braucht übrigens im Gegensatz zu China kein Visum), sind wir mit dem Bus (der mit Wifi ausgestattet war!) in die Stadt gefahren, um auf dem Weg schon ein bisschen die Aussicht genießen zu können. Hong Kong ist ein bisschen hügelig und hat eine doppelstöckige Holz-Straßenbahn, die Fahrt kostet 23 Cent. Außerdem gibt es kleine und große Busse, aufgrund der Häufigkeit an Verkehrsunfällen mit den kleinen Bussen, müssen diese nun ein Tachometer haben, dass den Fahrgästen die Geschwindigkeit anzeigt – seither ist die Rate gesunken, aber trotzdem hat uns die Fahrt durch die engen hügeligen Straßen ein bisschen an eine Runde in der Achterbahn erinnert.
Eine der Straßen Hong Kongs ist die „Dried Seafood Street“, eine Straße in der sich ein Laden mit getrocknetem Fisch an den anderen reiht. Klingt nicht weiter schlimm, wenn man nicht genauer hinsieht. Wenn man jedoch einen genaueren Blick wirft fällt einem auf: Haifischflossen (sehr teuer, vorbeugend gegen Krebs), getrocknete Seepferdchen, Schildkrötenpanzer und Fluggeckos (alles sehr gesund und hilft gegen Impotenz). Natürlich gibt es keine Studien, die irgendetwas davon beweisen könnten. Früher konnte sich auch nur die kleine chinesische Oberschicht Haifischflossen leisten, aber seitdem die chinesische Mittelschicht immer reicher wird, präsentiert sie ihren Gästen wie es scheint zu jeder Gelegenheit Haifischflossensuppe, denn damit kann man gut zeigen, dass es einem am Geld nicht mangelt (und Geld scheint den Chinesen im Allgemeinen recht wichtig). Leider ist es aber so, dass es immer mehr wohlhabende Chinesen und immer weniger Haie in den Meeren dieser Welt gibt. Denn all die armen Fischer liefern Haifischflossen an China, denn damit lässt sich gutes Geld verdienen. Haie werden gefangen und gefinnt (=ihnen werden die Flossen abgeschnitten, danach werden sie wieder ins Meer geworfen, wo sie dann qualvoll zu Grunde gehen). Wir finden das schrecklich und möchten euch alle bitten: Solltet ihr jemals eine Haifischflossensuppe angeboten bekommen, sagt NEIN! Dankeschön!
Bis auf diese unschönen Eindrücke fanden wir aber die Marktstände wie so oft sehr interessant. Und neben Lebensmitteln kann man in Hong Kong natürlich auch ein weiteres Gut einkaufen: Elektronik! Wir haben also einige Stunden in einem Einkaufscenter mit Computern, Handys, Bildschirmen und und und verbracht. Danach ging es dann noch ein Mitleidstündchen für Maike in ein wirklich nettes Shoppingcenter, in dem junge, günstige koreanische und japanische Modeketten ihre Ware darboten (leider verbot die knappe Zeit (und in einem Fall die Schühgröße) jegliche Käufe, sodass Maike am Flughafen noch ein Trostjäckchen kaufen durfte…).

Oh fast vergessen, wo haben wir eigentlich übernachtet? Die billigsten Zimmer (die jetzt auch nicht wahnsinnig billig sind) in Hong Kong bekam man in der King Chung Mansion. Mehrere Hochhäuser (anscheinend allesamt voller einfacher Unterkünfte) in deren Mitte sich verschiedene Essensbuden und Kramsläden befanden. Schon unsere Hotelreservierung wies darauf hin, dass wir mit niemandem sprechen sollten, bevor wir nicht die Rezeption im 15. Stockwerk von Gebäude C erreichten. Wir ließen also alle Pakistani stehen, die uns auf dem Weg durch das chaotische Wirrwarr überreden wollten, bei ihnen eine Übernachtung zu buchen. Im 15. Stockwerk angekommen, fanden wir nicht nur die Rezeption unseres Hostels, sie war gleichzeitig auch Rezeption für ungefähr 10 weitere Absteigen. Der Mann fing auf unser Kommen hin an zu telefonieren, anscheinend hatte er kein Zimmer mehr für uns (warum reservieren wir denn dann?). Schließlich holte uns ein kleiner Pakistaner ab und brachte uns in ein anderes Gebäude des Komplexes, schwupps noch durch ein wahnsinnig dreckiges Treppenhaus mit großen rotbraunen Flecken an der Wand (???), vorbei an einer Kakerlakenfamilie in ein Hostel, das einen anderen Namen trug als das gebuchte. Dann verlangte er 2 Euro für „seinen Service“ und wollte uns keine Quittung für unsere 5 Euro Schlüsselpfand ausstellen. Letztendlich bezahlten wir „seinen Service“ nicht und bekamen trotzdem eine Schlüsselpfandquittung. Unser Zimmer bestand nur aus einem Bett (Matratze auf Metallgestell) und einem Bad (Klo mit Dusche darüber). Wir waren sehr froh, dass wir unsere geklaute Airline-Decke dabei hatten, denn die dort gebotene Wolldecke wollten wir um keinen Preis berühren. Immerhin waren keine Flecken auf Bettbezug oder dem EINEN Handtuch, das in unserem Doppelzimmer zur Verfügung stand. Wir wissen also, wo wir nicht mehr übernachten werden ;-)
Hong Kong ist meistens diesig

Hong Kong hat einen riesigen Hafen.


Vieles ist in Hong Kong nicht mehr ganz so neu (im Vergleich zum hochmodernen Singapur sieht Hong Kong alt aus)


Rippen, Zunge, Herz, Leber. Wie im Anatomiekurs an der Uni. Und wie immer in Asien ungekühlt!

(links im Bild liegen ein paar Schweine auf dem dreckigen Boden)

Die meisten Fische leben noch, manche ersticken gerade. Wir haben (auch beim Angeln) noch keinen Asiaten gesehen, der sich die Mühe gemacht hätte einen Fisch zu töten, denn nach einer Weile ist er ja von alleine tot...

Die Hong Konger Doppeldeckerstraßenbahn

San Francisco?


Kannst du das mit Lego nachbauen, Flo?


Der Hammer in Hong Kong: Jedes Gerüst (selbst bei Hochhäusern) bestand aus zusammengeschnürten Bambuspfählen!

In der Dried Seafood Street

Wie viele Haie hierfür sterben mussten?

Hier trocknen Fische direkt auf der Trockenfischstraße



potenzfördernde Schildkrötenpanzer

Dominik sagt das sind die Urzeitkrebse aus dem Yps-Heft in größer

zwei Säcke voller Seepferdchen :-(

getrockneter Fluggecko am Spieß

Schildkröten als Suppeneinlage?

Dann doch lieber ein Törtchen für 30 Cent das Stück!





Schlange stehen für die Straßenbahn zum Aussichtspunkt

...um genau diesen Blick zu erhaschen!

Wir Glückskinder: angeblich war es der erste klare Tag seit zwei Monaten, so dass sich die Fotosession gelohnt hat.


Geröstete Küken, yummy!?!

Hier haben wir typische Dim Sum gegessen.

Hier eine phantastische Reispizza mit Avocadosalat (Für Dominik gab es überbackene Languste, ein weiteres klassisches Hong Konger Gericht)

7 Kommentare:

  1. Hallo Ihr zwei,
    entschuldigt, dass ich so lange mich nicht gemeldet habe.
    Ich glaube, ich könnte das eine Haus bauen, wenn ich genug Fenster hätte.
    Ihr habt euch gut angestengt mit den Berichten. Mir gefallen sie gut. Ich denke das Essen würde mir nicht immer schmecken.
    Schöne Grüße
    Flo und seine Mutter

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  2. helloooo ;)
    ja mensch, ihr gebt euch so viel mühe mit dem blog....und alle sind zu faul für comments;)
    alsooo, mein lieblingspost war der mc-donalds lieferservice! ganz klar!!!
    aber ansonsten auch wunderschöne fotos und tolle abenteuer!
    freut mich, dass ich so an eurer reise teilhaben kann!
    wünsche euch noch eine schöne zeit, kommt gesund wieder und bis bald in cologne!
    grüße aus berlin
    Anna

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  3. Beneidenswert, welche Erfahrungen ihr do machen könnt,
    Torsten (Isle of Wight)

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  4. Danke für die "richtige" Postkarte mit dem vielen Text.
    Ich wollt mich nur meinem Sohn anschließen, Euer Block ist einfach super.
    Wann kommt Ihr denn mal wieder nach Deutschland?
    Petra

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  5. hallo von X aus X.
    Ne spaß bei seite. Ich find den Block voll gut und lese immer wieder gern.
    Die Pizza sieht übelst lecker aus, voll vollgepackt.
    Liebe Grüße aus Moos,
    Leon

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  6. Hallo von M. aus K.!

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  7. Toll, toll, toll!!!! Die Chungking Mansions haben wir in Hongkong gemieden...Gott sei Dank, das klang nämlich wirklich nicht verlockend :-)
    Grüßt uns Singapur!!!!!
    Alles Liebe
    Dinah

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