Freitag, 13. April 2012

Bali, eine Insel mit vielen Gesichtern

Vielseitiges Bali
Am letzten Wochenende ging auf unseren bislang laengsten Wochenendtrip nach Bali. Da hier in Singapur leider nur Karfreitag frei ist, nahmen wir uns den folgenden Montag frei und machten uns Donnerstag Nachmittag auf den Weg nach Indonesien (zum insgesamt dritten Mal). Nach 30 min verspaetetem Abflug und einer ewigen Wartezeit in diversen Schlangen am Flughafen (Visumkauf, Zoll, Gepaeckkontrolle(unter der Hand wurde schnellerer Service fuer 10 Euro extra angeboten)) kamen wir sicher auf Bali an. Schnell hatten wir den Angestellten der Mietwagenfirma mit dem Schild Ms. Mika Sauer ausfindig gemacht und wollten so schnell den Wagen in Empfang nehem. Anders als gebucht blieb der Schuft nicht vor dem gebuchten alten Jeep stehen (das billigste aber auch stilvollste Auto auf Bali) sondern neben einem ziemlich neuen Suzuki. Mit der Ausrede die Klimaanlage im Jeep sei kaputt gegangen und es sei jetzt unmoeglich mit dem Ding zu fahren, versuchte er uns den Suzuki fuer den eineinhalbfachen Preis unterzujubeln.Aber nicht mit uns :) Nach ein wenig hin und her und einem angeblichen Telefonat mit seinem Chef (wir sind uns sehr sicher, dass da niemand in der Leitung war) zahlten wir 40 Cent am Tag mehr und kamen so auf umgerechnet 9,60 Euro am Tag. Es war zwar nicht der Wagen, den wir wollten, dafuer war aber alles gut in Schuss und wir waren ganz froh ueber eine funktionierende Klimaanlage. Abends angekommen suchten wir uns eine Unterkunft und machten uns anschliessend auf die Suche nach einer Tauchschule, da wir vielleicht schon am naechsten Tag Tauchen gehen wollten.Anders als bei den anderen Trips hatten wir diesmal absolut gar nichts vorgeplant und sind einfach drauf los gezogen (Maike wird in letzter Zeit ein wenig nachlaessig mit der Reiseplanung :) HAHA nicht boese werden, du machst einen grossartigen Job!!!) Leider suchten wir an der falschen Stelle und zu zu spaeter Stunde. Am naechsten Morgen machten wir uns dann mit Hilfe von Internetwegweisern auf den Weg zu einer sehr gut bewerteten Tauchschule. Wir wir mitlerweile herausgefunden hatten, gibt es auf Bali einen sehr bekannten Tauchspot mit dem Namen Manta Point. Dort sollte man eine gute Chance haben, die Mantarochen mit maximal 9 m, in der Regel jedoch 3-5 m Spannweite zu beobachten. Also war die Tagesmission, eine Tauchschule zu finden, die uns kurzfristig zum Manta Point bringen konnte. Die zuerst angesteuerte Tauchschule war dann auch direkt ein Treffer und machte uns noch einen Guide ausfindig, der sich  derTour am naechsten Tag anschliessen sollte. Der Rest des Tages blieb uns also, die Insel zu erkunden. 


Traditionelle Skulptur, in der Art ueberall in Bali  wiederzufinden


Weihezeremonie fuer Blueten und andere Opfergaben
Webstuhl



So machten wir uns auf den Weg zum Wasserpalast von Bali. Auf der Uebersichtskarte ein Katzensprung von ca. 50 km, in der Realitaet mit nur sehr wenigen Richtungsschildern (Ortsein- und Ausgangsschilder fehlen vollkommen, woraufhin wir letztendlich uebers Ziel hinaus schossen) und ziemlich chaotischem Verkehr dann doch eine fast 2.5 h lange Fahrt mit ein paar kleinen Stopps an interessanten Orten und unterbrochen von einer Prozession mit hunderten Menschen in traditionellen Gewaendern und einem ungewoehnlichen Orchester mit fremdartigen Instrumenten, fuer die die Strasse fuer eine Weile komplett gesperrt wurde. 



Eine Prozession mit hunderten Menschen, im Hintergrund unser Mietwagen, fast das selbe Model wie zu hause...
Auf dem Weg kamen wir dann noch an einigen malerischen Reisterassen vorbei....
Reisfelder

Reisterassen
Angekommen am Wasserpalast....
Wassertempel im Inland



Lotusknospe

Lotusfrucht mit Samen, die Frucht ist hier in Asien in Scheiben geschnitten oft in Suppen wiederzufinden...


Opferblueten!?
Als es schon langsam dunkel wurde machten wir uns dann wieder auf den Rueckweg um noch ein wenig Schlaf vor dem geplanten Tauchtrip zu bekommen. Wieder in Snaur angekommen, checkten wir unsere Emails und leider teilte uns die Tauchschule (geleitet von 2 Hollaendern) mit, dass die Bedingungen mit Wellen und Stroemung an diesem Tag am Manta Point so schlecht gewesen seien, dass der Tauchgang fruehzeitig abgebrochen werden musste und dass auch fuer den naechsten Tag keine besseren Bedingungen zu erwarten seien. Wir koennten zwar morgen tauchen, aber das der ausserhalb gelegenene Manta Point angesteuert wuerde, war sehr unwahrscheinlich. Sehr nett von der Tauchschule, die insgesamt sehr gut und kompetent wirkte, war, dass sie uns sofort anboten den Trip zu canceln und uns die Anzahlung zurueckzuzahlen. Wir wollten ja schliesslich Mantas sehen, das Ziel unseres Tauchtrips. Nach einer langen und sehr netten Unterhaltun mit den Tauchlehrern hatten wir dann sowohl einen reservierten Trip mit einer anderen Tauchschule am kommenden Montag (zugleich unsere letzte Chance auf den Manta Point) als auch einen Plan fuer die naechsten Tage. Es sollte in die Bucht Padang Bai gehen, eine ruhige und malerische Gegend mit guten Schnorchelmoeglichkeiten. Also kurz zur anderen Tauchschule um die Formalitaeten zu klaeren und wieder ein bisschen Geld anzuzahlen und dann ab ins Auto nach Padang Bai. Auf dem Weg kamen wir an einigen malerischen Stellen vorbei wo sich das anhalten auf alle Faelle gelohnt hat. So besichtigten wir spontan eine Tempelanlage und hielten an einem Strand mit schwarzem Lavasand.

Auf dem Tempelgelaende mit dem traditionellen und vorgeschriebenen Sarong (man konnte ihn fuer 80 Cent pro Person leihen)






Schwarzer Sand aus Lavagestein


Ballerina Maike

Tuchverkaeuferin mit kompletter Ware auf dem Kopf (typische Trageweise von Frauen fuer alles, auf einer Baustelle wurden sogar dicke Steine auf den Kopf gehieft und so transportiert...)
Angekommen in Padang Bai schnell eine Unterkunft gesucht und die Entspannung konnte beginnen. Padang Bai ist in 2 Buchten aufgeteilt. In der grossen liegt eine grosse Zahl an Booten sowie alle Unterkuenfte, Tauchschulen, Restaurants, etc. In der angrenzenden kleinen Bucht, der so gennanten Blue Lagoon, gibt es nur ein kleines Cafe und ein paar liegen, die man mieten kann (bei Flut gibt es keinen Strand und auch nur wenig Schatten). Die Bucht ist sehr ruhig und es wirkt nie zu voll. Zudem ist sie fuer gutes Schnorcheln bekannt, woraufhin in der Nachbarbucht Schnorcheltrips hierhin mit dem Boot angeboten werden, auch wenn die Bucht in gut 10 min zu Fuss und in 2 min mit dem Auto zu erreichen ist. Wir konnten es naturelich nicht lassen und sprangen sofort ins Wasser und ueberzeugten uns davon, dass das Schnorcheln wirklich gut war. Nach etwa einer Stunde wurde es Maike zu kalt und liess sich mit einer einstuendigen Ganzkoerpermassage am Srand verwoehnen, waehrend ich gleich wiede ins Meer sprang :)
So verbrachten wir 2 viel zu kurze Tage in Padang Bai und der Blue Lagoon...

Die Blue Lagoon, ein kleines und ruhiges Schnorchelparadies

Unser Mittagstisch






Sweetlips




Leider nicht sehr gut zu sehen auf diesem Bild. Ein Kinderkarussel auf einem Fahrrad und gedreht durch den strampelnden Besitzer. Das Karussel erfreute sich grossem Andrang....
Dann ging es ganz frueh morgens zurueck nach Sanur, um nun endlich den Tauchtrip antreten zu koennen. Diesmal fanden wir keine unerfreuliche Email im Postfach und der Trip begann wie geplant. Um nicht gleichzeitig mit einigen anderen Tauchbooten am Manta Point anzukommen, machten wir die ersten 2 Tauchgänge an einem anderen Spot. Der erste war zwar schön aber auch ein wenig anstrengend, weil die Strömungsrichtung und Stärke ständig schwankte. Der zweite war wesentlich angenehmer, Maike nutzte die Zeit jedoch lieber für ein kurzes Mittagsschläfchen um topfit für den Manta Point zu sein :)
Von diesen Tauchgängen gibt es nur sehr wenige Bilder, ich habe mich diesmal aufs Filmen konzentriert...
Dann ging es endlich mit dem Speedboot Richtung Manta Point. Nach ca 30 min Fahrt an einer malerischen Steilküste entlang, kamen wir am Manta Point an. Spätestens im Wasser angekommen, konnten wir sicher sein, dass die Strömungsverhältnisse und der Wellengang deutlich besser war als in den letzten Tagen und so stand dem Tauchgang nichts im Wege. Am Manta Point befindet sich eine Putzstation, ein auf ca. 12m Tiefe gelegener unscheinbar aussehender Hügel, den die Mantas regelmäßig besuchen um sich von Putzerfischen von Parasiten befreien zu lassen. Der Tauchspot an sich ist keine besondere Schönheit, es gibt in der Umgebung nur sehr wenig Korallen, wenig Fische und die Sicht war im Verhältnis zu den beiden Tauchgängen zuvor deutlich schlechter. Die Putzerstation war jedoch leider nicht besucht und es waren keine Mantas in Sicht, weshalb wir uns auf den Weg machten die Umgebung zu erkunden. Umso glücklicher waren wir, als der Tauchlehrer kurz darauf begann, wild auf seine Gasflasche zu klopfen um unsere Aufmerksamkeit zu erlangen und ins trübe Wasser deutete. Kurz darauf tauchte der erste Manta nur wenige Meter von uns entfernt auf. Es war ein ordentliches Exemplar von gut und gerne 5m Spannweite. Langsam und bedächtig segelte er an uns vorbei und verschwand kurz darauf wieder im Trüben. Einige Minutn später tauchte noch ein zweiter etwas kleinerer auf und verschwand mindestens genauso schnell wieder. Gegen Ende des Tauchgangs kam noch ein dritter, mit vielleicht etwa 3m bei weitem der kleinste, aber auch am wenigsten scheuste Manta und drehte 2 kleine Runden und lächelte in die Kamera bevor er sich verzog...

Balis Vulkan vom Meer aus gesehen

Auf dem Weg zum Manta Point
Angekommen am Manta Point

MANTA IN SICHT!!!!!





Die letzte Nacht verbrachten wir dann in Kuta, dem "Ballermann" von Bali, da der Ort nahe dem Flughafen gelegen ist und wir abends das Auto übergeben wollten. Kuta ist eng, voll, laut und sehr touristisch. Es war zwar interessant, sich das ganze Spektakel mal anzusehen und in den zahlreichen Läden ein wenig zu shoppen, doch insgesamt kann man sagen, dass die wenigen Stunden, die wir in Kuta verbrachten auch mehr als genug waren. Am nächsten Morgen um halb 5 ging es dann in Richtung Flughafen und nach zweieinhalb stündigem Flug ging es vom Flughafen direkt ins Labor und an die Arbeit..Was haben wir doch für ein hartes Leben ;-
Insgesamt lässt sich sagen, dass Bali sehr sehr vielseitig ist und für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Die balinesische Kultur und die Ausübung von religiösen Bräuchen wie kleine Opfergaben mit Blüten und einer kleinen Menge Essbarem vor jedem hinduistischem Haus und Geschäft (sogar am Flughafenschalter oder im Taxi) sind tief im balinesischen Alltag verankert. Überall sind Tempel und Statuen zu finden und eine große Zahl der Menschen trägt traditionelle Gewänder. Es war sehr interessant und wie immer zu wenig Zeit um alles zu sehen, auch wenn wir die Zeit mal wieder gut genutzt haben. Wir kommen gerne wieder, müssen aber leider vorher noch den Rest der Welt sehen :)


2 Kommentare:

  1. iwi sehen die mantas komisch aus mit zwei spitzen.

    AntwortenLöschen
  2. ICH BENEIDE EUCH!!!!! Wir hätten so gerne auch mal Mantas gesehen, aber hat leider nicht sein sollen. Großartig, dass Ihr vor lauter Aufregung nicht das Fotografieren vergessen habt, so konnten wir auch ein bisschen Manta-Feeling bekommen :-)
    In der Blue Lagoon waren wir übrigens auch, witzig jetzt von Euch Bilder dazu zu sehen.
    Liebe Grüße aus dem Schwabenland
    Dinah

    AntwortenLöschen