Am Freitagabend nach der Arbeit ging es auf direktem Wege zum Changi International Airport. Einchecken und Sicherheitschecks verliefen problemlos und Maike war total von der Technik bei der Ausreise begeistert. Da wir ein Arbeitsvisum für Singapur haben, können wir, statt an den normalen Zollstationen vorbei zu gehen und Ein- und Ausreisepapiere ausfüllen zu müssen, den automatischen Durchgang benutzen. Am ersten Tor wird der Reisepass eingescannt, woraufhin man in den Raum zwischen den beiden Toren treten kann. Daraufhin wird am zweiten Tor der Fingerabdruck überprüft. Anschließend öffnet sich das zweite Tor und man ist frei ;-)
Der Changi International Airport und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben.Es gibt verschiedene Gärten (z.B. einen Kakteengarten, den ich schon zweimal auf der Reise nach Australien besucht habe, und einen Orchideengarten), Schlafbereiche, ein Kino, Live-Musik, kostenlose Stadtrundfahrten und vieles mehr. Hinzu kommt natürlich wie an jedem internationalen Flughafen das Duty Free Shopping. Beim Anblick der großen Zahl an Geschäften bekam Maike ganz leuchtende Augen und ein ziemliches Tempo, da wir nicht mehr besonders viel Zeit hatten, bis der Flieger abheben sollte. Als wir dann doch langsam in Richtung Gate aufbrechen mussten, hatte es zumindest für ein schönes und günstiges Paar Billabong FlipFlops gereicht, aber die Shopping Lust schien trotz allem nicht befriedigt. Glücklicherweise ertönte 5 min vor der geplanten Boarding Zeit eine Durchsage, dass unser Flieger etwas mehr als zwei Stunden Verspätung haben würde und Maike sich so wieder dem Shopping widmen konnte. Als ich mich nach einer guten Stunde traute zu fragen, ob wir uns die kostenlosen Essensgutscheine abholen sollten um etwas zu essen, wurde ich kurzerhand alleine losgeschickt. Na gut kein Problem, ich hatte ja schon alles gesehen (es scheint ein weit verbreitetes Phänomen zu sein, dass das Anschauen insbesondere von Kleidungsstücken bei Männern alleine mit den Augen durchführbar ist, wohingegen Frauen scheinbar beide Hände, einen Spiegel und jeden erdenklichen Blickwinkel benötigen um einen flüchtigen Blick auf ein Stück Stoff zu werfen ;-) Es gab dann zwei schone lange Baguettes von Subway gesponsert von der Airline (wir freuen uns doch immer wieder über westliches Essen zwischendurch), die aufgrund der Zeitknappheit im Flugzeug verzehrt werden mussten. Das Shopping hat sich dann aber doch gelohnt, neben den FlipFlops ist auch noch eine schöne Levi’s Jeans für gut 50 Euro rausgesprungen.
Der Flug war der ruhigste bisher und es gab nur sehr wenig Turbulenzen. Nach knapp 1,5h Flugzeit landeten wir sicher in Medan auf Sumatra. Dort angekommen mussten wir uns erst ein Visum kaufen. Die im Internet gefundene Information über ein eine Woche lang gültiges Visum für 10 US Dollar war entweder veraltet oder galt nicht für dumme deutsche Touristen und so wurden wir mit 25 Dollar pro Person zur Kasse gebeten. Leider hatten wir zu wenig Dollar gewechselt und mussten bei der Bezahlung mit singapurianischen Dollars ordentlich draufzahlen. Passiert, aber das sollte uns den Trip nicht verderben. Kaum hatten wir den Flughafen verlassen, schrien zahlreiche Taxifahrer auf uns ein, doch wir hatten zum Glück schon einen Transfer zum Rainforest Guesthouse organisiert. Der private Transfer kostete zwar ungefähr das Dreifache von dem was wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln bezahlt hätten, doch wäre es an diesem Abend zu spät dafür gewesen. Wie wir später von anderen Reisenden berichtet bekommen haben, ist es außerdem sehr schwer bis unmöglich als westlicher Reisender einen auch nur annähernd normalen Preis zahlen zu dürfen, was den Unterschied deutlich schrumpfen ließ, auch wenn wir ein wenig extra zahlen mussten, damit sich der Fahrer in den gut 2 Stunden Verspätung etwas zu Essen kaufen konnte. So rettete uns Nora, die, sagen wir „leicht beleibte“ Besitzerin unserer Unterkunft vor den Taxifahrern und führte uns zum Wagen. Nach etwa 2,5 Stunden Fahrt über sehr buckelige Straßen (keine Sorge, Maike konnte trotzdem schlafen) und durch einen von Rollerfahrern beherrschten Verkehr, der keinen Regeln zu folgen scheint und in dem sehr viel mit Hupe und Lichthupe gearbeitet wird, erreichten wir Bukit Lawang gegen halb 2. Es erwartete uns schon ein Empfangskomitee bestehend aus 2 Guides, die unsere Koffer den knappen Kilometer Fussweg am Fluss entlang trugen. Ziemlich kaputt fielen wir an diesem Abend ins Bett…
Am nächsten Morgen gab es um halb neun Frühstück (Banana Chocolate Pancake, Maikes neues Lieblingsreisefrühstück) und gegen neun ging es mit Wasser und Kamera bewaffnet bei strahlendem Sonnenschein in den Dschungel (das Wetter sollte schön bleiben, auch wenn es in Singapur zu starken Monsunregenfällen und Stürmen gekommen ist). War der Treck am Anfang noch flach und leicht zu laufen, wurde er mit der Zeit immer beschwerlicher und ging ständig steil bergauf und bergab. Hinzu kam, dass es dass in den Tagen zuvor starken Regen gegeben hatte und der Weg zum Teil sehr glatt und rutschig war. Bei ordentlicher Hitze und wahrscheinlich knapp 100 % Luftfeuchte war es doch ziemlich anstrengend und vor allem unglaublich schweißtreibend. An dieser Stelle ein Kompliment an Maike, die äußerst tapfer durchgehalten hat und sich an keiner Stelle beschwert hat.
Unsere Gruppe Bestand aus 4 Gästen und 3 Guides, die ständig auf der Suche nach dem großen Highlight Sumatras waren: wilden Orang-Utans. Einer der Guides war immer verschwunden und auf der Pirsch, während die anderen beiden uns den Weg zeigten. Nach einer Weile sagte man uns wir sollten warten und alle 3 Guides verschwanden, während sie immer wieder seltsame Rufe ausstießen und auf Antwort warteten. Und tatsächlich, nach kurzer Zeit kam einer der Guides wieder zu uns und führte uns zu einer Orang-Utan-Mutter mit etwa 4 jährigem Jungen (Jungtiere verbleiben etwa 5 Jahre bei ihren Müttern und lernen von ihnen alles was sie zum Überleben brauchen. Bis 2003 gab es in Bukit Lawang ein Rehabilitations Reservat für Orang-Utans. 2003 kam es dann zu einer großen Überschwemmung, die sowohl das Reservat zerstörte und viele Menschen tötete und obdachlos machte. Das Orang-Utan Weibchen war halb wild und hat einige Jahre im Reservat gelebt. Daher war sie nicht besonders scheu und ließ sich eine kleine Banane geben (sie hat zuerst meine halbe Hand gepackt und dann erst gezielter gegriffen. Die Banane wurde fein säuberlich geschält und gegessen, kurz danach wurde jedoch auch die Schale aufgefuttert. Das Jungtier war jedoch scheuer und hielt sich im Hintergrund.

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| Orand-Utan Weibchen, offensichtlich auf dem rechten Augeblind |
Im weiteren Verlauf des Trecks kamen wir noch an einer Gruppe Makaken vorbei, die wesentlich friedlicher waren als die auf Tioman (auch wenn hier einer Maike ordentlich die Zähne gezeigt hat). Ansonsten lebten sie völlig unbeeindruckt von uns vor sich hin und setzten sich zum Teil noch nichtmal einen Meter von uns weg um irgendwelche Früchte zu fressen oder um sich direkt vor unseren Füßen zu vergnügen.
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| Ich glaub mich laust der Affe... |
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| Baby Makake |
Später trafen wir noch eine Orang-Utan Dame mit Nachwuchs inmitten einer Gruppe von Crazy Party Monkeys. Auch hier war das Weibchen halb wild und kam nah an uns heran. Das Jungtier war mit 2-3 Jahren etwas jünger und war fast die ganze Zeit auf dem Rücken der Mutter, weshalb wir es auch von ganz nahem zu sehen bekamen.
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| Daumen hoch Sumatra, es ist schön hier! |
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Gib Küsschen ( in diesem Fall eher Futter....;-)
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Dann war es Zeit für das Mittagessen (wir hatten ein zweites Frühstück mit frischen litschis und Bananen) und es gab leckeren Reis. Nach einer weiteren halben Stunde durch den Dschungel kamen wir wieder am Fluß an.
Die Tour endete mit einer etwa 20 minütigem Rafting Tour den Fluß hinab zurück zum Camp. Die Stromschnellen waren zwar nicht die stärksten, doch die Bootkonstruktion bestehend aus 4 aneinandergebundenen LKW Reifen intensivierte die Erfahrung ebenso wie der Guide, der in jeder Stromschnelle wie am Spieß schrie und irre lachte. Insgesamt eine super Tour, die zwar anstrengender war als gedacht, uns aber trotzdem ziemlich viel Spaß gemacht hat!
Nach den gut 6,5 Stunden waren wir dann aber froh wieder zurück zu sein und nach einer Dusche stand erst mal ein Mittagsschläfchen an ;-)
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| Stromschnelle! |
Abends haben wir dann noch einen Indonesisch-Kochkurs gemacht und eine Vorspeise und zwei Hauptgerichte zubereitet. Die Hauptgerichte beinhalteten eine große Zahl exotischer Zutaten, hoffentlich bekommen wir alles zuhause im Asialaden, denn es war eine wahre Geschmacksexplosion. Wir haben selten etwas gegessen was so reich an verschiedenen Geschmäckern war und so frisch geschmeckt hat!
Eigentlich wollten wir noch auf die Dschungelparty , die jeden Samstag stattfindet und zu der ganz Bukit Lawang zu gehen scheint. Da aber erst um halb 1 Aufbruch sein sollte, schafften wir es leider trotz
Weckern nicht mehr hochzukommen und ließen die Party sausen. Die letzte Nacht war schon zu kurz gewesen…Stattdessen saßen wir nach dem Abendessen noch ein paar Stunden mit den Guides und den anderen Lokals auf der Terrasse. Es wurde unglaublich gut Gitarre gespielt (obwohl die Seiten einfach nicht mehr zu gebrauchen waren und zum Teil keinen Ton mehr von sich gaben) und dazu gesungen. Insgesamt ging es in der Unterkunft sehr familiär zu (alle waren relativ jung, geleitet wurde der Laden von Nora und ihrer Schwester, es gab nur eine Hand voll Gäste und jeder kannte jeden beim Namen) und es war immer lustige gute Stimmung. Die Party war wohl auch ein Knaller (einige waren am Folgetag heiser…), aber leider haben wir sie nicht mehr miterlebt….
Nach Ausschlafen und gutem Frühstück brachen wir dann in Richtung Bat Cave auf, die Fledermaushöhle. Da der Weg deutlich länger war als gedacht und nicht besonders gut beschrieben, verfranzten wir uns ein paar Mal, fanden den Weg jedoch immer relativ zügig wieder.
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| Riesenameise |


Auf dem Weg kam ein Rudel streunende Hunde an uns vorbei gewetzt, das Jagd auf eine Gruppe Crazy Party Monkeys machte. Natürlich hatten die Hunde keine Chance, sie bewirkten nur einen riesen Tumult bestehend aus Hundegebell, Affengekreische und irren Sprüngen von Baum zu Baum. Als wir uns am Ende wieder einmal verfranzt hatten und einen „Einheimer“ nach dem Weg fragten, erklärte er uns wir wären vorbei gelaufen und führte uns zurück zur Höhle. Vor dem Eingang saß unter einem Strohdach ein altes Männchen, der kein Wort englisch sprach und 5000 Rupiah pro Person für den Eintritt wollte (etwa 40 Cent). Es stellte sich heraus, dass wir einen Glücksgriff gemacht hatten und unser Wegweiser ein Guide für die Fledermaushöhle war. Für knapp 4 Euro besorgte er uns Lampen und führte uns über eine Stunde herum, wodurch wir viel mehr von der Höhle und versteckten Öffnungen sahen, als wir sonst je gesehen hätten. Andere Reiseberichte beschreiben nur die große Haupthöhle und wir waren weit drinnen und haben auch die angrenzenden Höhlen 2-4 gesehen, in denen es hunderte Fledermäuse gab und nicht nur eine Hand voll wie in der ersten.
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| Eingang zur Fledermaushöhle |
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| Lichtung zwischen den Höhlen |
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| Fledermausalarm (in der Höhle war es ziemlich dunkel, auch wenns auf dem Bild nicht so aussieht...) |
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| Ich sehe Licht am Ende des Tunnels! |
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| Dicht an dicht... |
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| Seltsamer Höhlenbewohner |
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| Seltsamer Höhlenbewohner |
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| Seltsamer Höhlenbewohner |
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| Flugeidechse (kann Meterweit durch die Luft segeln) |
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| Wandelndes Blatt |
Nach der Höhlenbesichtigung ging es dann aber auch schnell wieder in Richtung Unterkunft und wir brachen zügig mit dem Minibus in Richtung Flughafen auf. Gerne wären wir noch länger geblieben, da die Umgebung sicherlich noch einiges zu bieten gehabt hätte, aber leider hatten wir ja nur das Wochenende.
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| Unsere Unterkunft |

Die Fahrt zum Flughafen war wieder von chaotischem Verkehr gekennzeichnet (selber Autofahren wäre auf keinen Fall eine gute Idee…) Überall Mopeds, die auch gerne mal zur Familienkutsche ausgebaut werden. Mit Dreiradanhänger an einer Seite kann so ein Ding voll besetzt gut und gerne 10-12 Personen transportieren und mit ordentlich Geschwindigkeit durch die Strassen sausen. Eine ganze Weile standen wir im Stau, weil es vor uns einen Unfall gegeben hatte, was passiert war blieb jedoch unklar. Als wir langsam auf die Uhr schauen mussten, was die Flugzeit anging, löste sich der Stau auf und es ging zügig weiter Richtung Flughafen. Allerdings nicht besonders weit. Mit einem lauten Knall verabschiedete sich unser rechter Hinterreifen vom Leben und wir waren gestrandet. An Bord des Minibusses gab es zwar sowohl ein Reserverad als auch Wagenheber und Schraubenschlüssel, doch nach ein bis zwei lustlosen Umdrehungen um das Reserverad zu lösen, war unser Fahrer davon überzeugt, dass der Schraubenschlüssel kaputt sei. Die gleiche Meinung hatte er nach kurzer Inspektion vom Wagenheber und fing kurz darauf an wild herumzutelefonieren. Während dessen teilte uns jeder vorbeifahrende durch ein Hupkonzert mit, welche Meinung er von unserem neuen Parkplatz hatte…. In der Zwischenzeit überprüfte ich lieber mal das gegebene Werkzeug, weil wir nicht wirklich die Zeit hatten, ewig zu warten… Kurz gesagt, das Werkzeug war in Ordnung und so ein Reifen ist ja auch schnell gewechselt ;-) Nach über 4 Stunden Fahrt waren wir dann froh rechtzeitig am Flughafen angekommen zu sein und nach Hause zu kommen….
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| Schulbus!?! |
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| Familienausflug |
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| recthts: Durian Verkäufer, Durian = unglaublich stinkendes Obst, was in Singapur nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden darf. Maike hat probiert und es bereut, ich habe es gelassen :) |
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| Bei der Arbeit |
Unser ganzer Stolz: seit heute sind wir im Besitz von 2 nigelnagelneuen Fahrrädern!!!
Hi ihr Weltenbummler,
AntwortenLöschenNeid, Neid!!!!!!!!!!!!
Das war ja wieder einmal ein super Reisebericht! Es kommt einem fast vor, als wäre man dabei gewesen bei den tollen Bildern und den ausführlichen Worten.Der Start heute war bestimmt nicht so einfach, oder? Weiter so.........
Liebe Grüße
Mapa