Samstag, 5. November 2011

Getting started

Dominik:
Die erste Woche im Labor war noch etwas zäh, weil noch sehr viel Organisatorisches anstand. Formulare ausfüllen, Sicherheitseinweisungen anhören und sich mit den Laboren vertraut machen. Nur mein Arbeitsplatz sieht ein wenig anders aus als bisher angenommen. Ich werde nicht wie gedacht im gleichen Institut arbeiten wie Maike. Dies wäre darauf hinausgelaufen, dass wir zusammen in einem Großraumlabor gearbeitet hätten, in dem jede Arbeitgruppe ein bis zwei Laborreihen hat. Ähnlich ist auch der Bürobereich des Institutes für Mikrobiologie aufgebaut. Ein langer schlauchartiger Flur mit Sitzreihen am Rand und an beiden der Mittelzeile beherbergen alle Mitarbeiter des Institutes. Nur die Arbeitsgruppenleiter haben ihre kleinen, von diesem Flur abgehenden, eigenen Büros. So arbeiten hier sehr viele Menschen auf ziemlich engem Raum zusammen, doch die Arbeitsatmosphäre scheint sehr freundlich und positiv. So wurde ich von allen freundlich und interessiert aufgenommen und rundgeführt. Mein Projekt "Generierung möglicher therapeutischer Antikörper gegen das Dengue-Virus" ist jedoch eine Zusammenarbeit mit einer anderen Organisation. So werde ich nicht in der Uni direkt, sondern einige Gebäude weiter im Gebäude der DSO arbeiten. DSO steht für Defence Science Organisation, die von der Regierung finanzierte Forschungseinrichtung des Militärs. Entsprechend sind dort auch die Sicherheitsvorkehrungen. Mein Handy darf ich nicht reinnehmern, weil es eine Kamera hat, Laptops und jegliche Aufnahme und Speichergeräte sind ebenfalls verboten. Solange ich noch keinen eigenen Zugangspass habe (was in der Regel 5-6 Wochen dauern kann) muss ich jeden morgen meinen Reisepass abgeben um einen Besucherpass zu bekommen. Zum Arbeiten am Computer und im Internet muss ich dann immer das Gebäude wechseln....Anders als erwartet werde ich auch nicht die Hybridoma-Technik zur Herstellung der Antikörper verwenden, sondern das Phagen-Display und die  darauffolgende Herstellung rekombinanter Antikörper (für die denen das was sagt :)). Hinter dem ganzen steht sowohl die Regierung als auch die Pharma Industrie und falls ich ein paar gute Antikörper herstellen kann und die dann in Serie gehen, wäre das ziemlich cool! :)

Habe auch schon versucht die Fische ein wenig zu ärgern, aber leider bislang mit wenig Erfolg. Bis jetzt hab ich nur das gemacht, was ich am besten kann: Köderfische fangen (nicht war Timi?!?) Bin aber auch noch auf der Suche nach den besseren Spots. Der erste Versuch war am legendären Bedok Jetty, einem Steg auf dem am Wochenende ca. 200-300 Angler aufgereiht stehen und versuchen den großen Fang zu landen. Da in den Stunden, in denen ich da war (und das war am Wochenende) nur einer einen brauchbaren Fisch gefangen hat, nehme ich meinen Misserfolg nicht so schwer. Zumindest haben ein paar Hornhechte (oder hier auch Garfish) meinen Spinner mehrfach attackiert, auch wenn sie leider nicht hängen bleiben wollten...
Der nächste Versuch war weit im Westen von Singapur im Labrador Park. Der dortige Jetty galt anscheinend als Geheimtipp vor allem für Tintenfisch. Für alle Fälle ausgerüstet kam ich nach fast einstündiger Busfahrt dort an, nur um zu sehen, dass der Steg momentan wegen Wartungsarbeiten gesperrt und das Wasser drumherum zum Marine Reserve Park erklärt wurde und angeln verboten war....Der Trip scheint sich jedoch trotz allem gelohnt zu haben, weil ich beim erfolglosen Angeln in einem anderen Teil des Parks zwei singapurianische Malayen kennengelernt habe, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mir innerhalb der nächsten Monate jeden guten Angelspot in Singapur zu zeigen, einschließlich derer, die nur mit dem Boot zu erreichen sind. Die beiden sind Truckfahrer am Containerhafen und sind noch verrückter auf Angeln als so mancher Bedburger (nicht wahr Svehn (Name geändert, d.R.))
Die komplette Angelausrüstung ist immer im Truck und nach der Arbeit geht es mit dem Truck zum Angeln...Morgen früh geht es auf die erste Tour zu einem wahren Geheimtipp, mal schauen wie erfolgreich das wird....

Gleich gehts mit dem Kölner Nachbarn Derya, der hier ein Auslandssemester absolviert, zum Basketball. Die Community Center jedes Stadtteils bieten jeweils einen Streetballplatz, Badminton Felder und viele weitere Einrichtungen und Aktivitäten. Am Montag habe ich (nachdem ich mir einen schönen neuen Ball besorgt habe) schon ersten Kontakt mit der Basketballwelt Singapurs aufgenommen und mit 9 Chinesen auf dem Platz gestanden. Das Vorurteil über die Körpergröße wurde ein Stück weit bestätigt, denn ich war einer der Größeren auf dem Platz, dafür sind sie schnell und können nahezu alle hochprozentig 3er schießen. Ein Team zu finden, für das man spielen kann, scheint nicht ganz so einfach zu sein wie erhofft. In Singapur gibt es eine ganze Reihe voneinander unabhängige Basketballligen. Wenn man mindestens 8 Spieler zusammenbekommt, kann man problemlos sein eigenes Team anmelden, da dies jedoch relativ schwierig sein wird, muss ein freier Platz in einem bestehenden Team gefunden werden. Auf den einzelnen Webseiten der Ligen (und es ist ein Graus diese zu finden, stundenlanges googlen und nur mäßiger Erfolg...) kann man sich als teamsuchender Spieler registrieren. Schaut man anschließend in die Liste der verfügbaren Spieler,  kann das den Mut ein wenig sinken lassen, da so manche Liste gut und gerne 200 Spieler lang ist...Aber trotz allem habe ich gestern Abend eine Anfrage von einem Team bekommen. Jetzt geht es darum letzte Details zu klären und den Vertrag auszuhandeln, aber es sieht so aus als hätte ich ein Team...:)
Sobald ich drin bin müssen wir nur noch Derya ins Team einschleusen, dann können die Kölner Jungs den Asiaten mal zeigen wie man Basketball spielt....
UPDATE: Heute um 6 geht's ab. Wir spielen für ein internationales Team (Deutsch, Französisch, Australisch, Philipinesisch ;-), Chinesisch....) mit dem Namen "Jammers". Mal sehen was das so gibt.....
UPDATE2: Mit über 40 gewonnen gegen ein relativ schwaches Team mit guten Schützen.
Ab übernächste Woche gehen die Play Offs im KO Modus los und der Coach hat nochmal schnell 3 neue Deutsche eingekauft ;-)
Irgendwie sieht es so aus, als wäre ich der einzige, der beim Spiel geschwitzt hat....:)

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